Bildbeschreibung in Deutsch schreiben – Aufbau & Tipps

Bildbeschreibungen begleiten Schüler in Deutschland von der Grundschule an. Während in den unteren Klassenstufen meist einzelne Bilder zu einer zusammenhängenden Geschichte formuliert werden müssen, kommt es in den höheren Klassenstufen durchaus häufig vor, ein einzelnes Bild zu beschreiben. In diesem Fall wird meist eine eigene Meinung gefordert, welche positiv oder negativ ausfallen kann. Beides ist richtig, solange es vernünftige Argumente gibt, welche formal korrekt dargestellt werden. Es ist dem Lehrer kein Anliegen, die Schülermeinung selbst zu bewerten. Ist man sich selbst unschlüssig, wie man dem Thema der Bildbeschreibung gegenübersteht, kann aus den eruierten Argumenten für beide Seiten ein objektives Fazit gebildet werden. In diesem Ratgeber vermitteln wir wertvolle Informationen zur Bildbeschreibung und geben Tipps für einen gelungenen Aufbau.

Was ist die Aufgabenstellung zur Bildbeschreibung?

Wie bei jeder Aufgabe im Deutschunterricht ist es notwendig, die Anweisungen korrekt zu befolgen. Um diese vor der Bildbeschreibung deutlicher zu machen, können alle Arbeitsaufträge farbig markiert werden. Ist eine eigene Meinung beziehungsweise eine Stellungnahme gewünscht? Soll eine bestimmte Struktur eingehalten werden? Was sind die Besonderheiten der jeweiligen Bildbeschreibung? Auch, wenn es vorab einen gewissen Zuwachs an Vorarbeit benötigt, sollte auch für die Bildbeschreibung eine Gliederung erstellt werden. Hier werden die einzelnen Punkte in einer Kladde zusammengefasst. Ist die Gliederung kein Bestandteil der Bildbeschreibung, muss diese nicht abgegeben werden und dient allein der persönlichen Orientierung.

Grundsätzlich folgt auch die Bildbeschreibung dem üblichen Aufbau einer Erzählung oder Kurzgeschichte. Schon in der Grundschule haben wir alle von der „Erzählmaus“ gehört, die bis zur 12. Klasse am Gymnasium nicht an Gültigkeit verliert. Die Einleitung der Bildbeschreibung enthält alle aktiven Personen, Orte und Zeitangaben, die für das spätere Verständnis nötig sind. Es ist ungünstig, wenn später Hauptpersonen dazukommen, die in der Einleitung noch nicht erwähnt worden sind. Es kann sein, dass diese Personen erst in einem späteren Bild auftreten. In Ihre Einleitung zur Bildbeschreibung gehören auch die Hauptakteure!

Einen Comic beschreiben

Häufig setzt sich eine Bildbeschreibung aus mehreren Einzelbildern zusammen. Damit die Bildbeschreibung alle wesentlichen Details beinhaltet, müssen die Bilder genau angeschaut werden. Es müssen zwar keine Farben beschrieben werden, jedoch kann es kleine Details im Bild geben, die erwähnt werden sollten. Die Bildbeschreibung wird normalerweise im Präsenz geschrieben, da alle gezeigten Handlungen jetzt gerade geschehen. Finden Dialoge in den Bildern statt, kann es jedoch nötig werden, das Präteritum oder auch eine Form des Futurs zu verwenden. Welche Vergangenheits- oder Zukunftsform die richtige ist, hängt davon ab, ob die Handlung dann bereits beendet sein wird. Liegt eine abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit vor, wird das Plusquamperfekt verwendet, bei abgeschlossenen Handlungen in der Zukunft das Futur II.

Beispiel: Sie sagt: „Wir hatten ein Eis gegessen, bevor wir zur Schule gegangen sind.“ Er antwortet: „Wir werden ein Eis gegessen haben, bevor wir nach Hause fahren (werden).“

Je einfacher die Zeitformen in der Bildbeschreibung gehalten werden, umso leichter erschließt sich der Inhalt. Präteritum und Futur können an bestimmten Stellen Spannung erzeugen, ansonsten ist während der gesamten Bildbeschreibung dieselbe Zeitform (am besten Präsenz) einzuhalten. Wird Bildbeschreibung im Präteritum geschrieben, muss darauf geachtet werden, nicht aus Versehen zwischendrin doch zur Gegenwart zu wechseln.

Hauptteil und Schluss der Bildbeschreibung

Im Hauptteil werden alle wesentliche Ereignisse aus den Einzelbildern zusammengestellt. Es können rhetorische Stilmittel (Link) verwendet werden, um für mehr Spannung und Unterhaltung beim Leser zu sorgen. Um eine schöne Überleitung auf den Schluss der Bildbeschreibung zu finden, sollten die Bilder herausgesucht werden, die in den Schluss gehören. Dies können drei Bilder sein, aber auch nur ein Bild ist möglich. Wer ein Einzelbild beschreiben soll, überlegt sich selbst eine gute Überleitung aus dem Hauptteil der Bildbeschreibung, eigene Ansichten, die mit Argumenten untermauert werden, gehören in den Hauptteil der Bildbeschreibung. Im Schluss der Bildbeschreibung eines Einzelbildes kann die eigene Meinung stehen, dies ergibt sich aus der jeweiligen Aufgabenstellung. Wie bei einer wissenschaftlichen Arbeit kann auch ein eigenes Fazit gegebenenfalls zu einer Bildbeschreibung passen.

Nach dem Abschluss der Bildbeschreibung sollten Sie unbedingt noch einmal überprüfen, ob auch wirklich alle Arbeitsaufträge bearbeitet worden sind. Wer seine Bildbeschreibung nachträglich noch mit Stilmitteln aufwerten möchten, kann dies am besten auch nach dem Fertigschreiben tun. Der kreative Schreibprozess leidet gerade bei jüngeren Schülern darunter, wenn schon während des Schreibens immer wieder unterbrochen wird, um passende Stilmittel in die Bildbeschreibung einzubauen.

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