Epoche der Aufklärung – Charakteristika in Kunst, Musik & Literatur

Was ist Aufklärung? „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“. Eine Begriffserklärung, die uns der wohl bedeutendste Philosoph der Aufklärung, Immanuel Kant, liefert. Und wie befreit sich der Einzelne aus seiner Unmündigkeit? Kant gibt auch hier eine Antwort, welche für die Epoche der Aufklärung ( von ca. 1720 – 1800 ) wegweisend war. „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“. Für die Gegenwart dürfte die Aufklärung eine ganz entscheidende Rolle gespielt haben, denn unsere heutige Staatsstruktur, Gesellschaftsstruktur und die Einstellung zu Gott und Wissenschaft hat zu dieser Zeit ihren Ausgang genommen. Sich seines Verstandes zu bedienen – eine unverzichtbare Voraussetzung, um politische und gesellschaftliche Strukturen, so wie wir sie heute kennen, aufrecht erhalten zu können. Apropos Kant? Wie darf man sich eigentlich die Literatur zur Zeit der Aufklärung vorstellen? Welche Merkmale zeichnete die Kunst aus und welchen Klang hatte die Musik? Dieser Beitrag klärt auf.

1. Kunst während der Aufklärung

Die Kunst im engeren Sinne, d.h. malerische, plastische und ähnliche Gattungen, entbehrt während der Aufklärung einer klaren Linie. Sicher ist nur: Da der Adel massiv in der Kritik stand, wurden immer weniger Portraits angefertigt, denn: Auftraggeber dafür waren meistens Leute adligen Geschlechts. Auch sakrale Motive verschwanden buchstäblich von der Leinwand. Während des großen epochalen Umbruchs lag Gott im sterben, Religion und Vernunft, Religion und Wissenschaft sind eben zwei miteinander nicht vereinbare Gegenstände. Später sollte er dann sterben ( Gott ist tot! Friedrich Nietzsche, 1882 ). Statt der herkömmlichen Motive tauchten nun Bilder mit aufklärerischem Akzent auf. “ Ein Philosoph hält einen Vortrag über das Planetarium “ oder “ Das Experiment mit einem Vogel in der Luftpumpe “ von dem englischen Maler Joseph Wright of Derby sind hierfür Beispiele. Weitere beliebte Motive waren das Universum, apokalyptische Szenarien, die menschliche Anatomie und Erotik. Neben der malerischen Kunst existierte die plastische. Sie war jedoch mehr und mehr im Rückgang begriffen und fällt mit der Kunstepoche des Rokokos zusammen ( ca. 1725 – 1783 ).

2. Aufklärung und Musik

Während der Aufklärung lebten etliche Musiker, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben und auch heute noch zum absoluten Standardrepertoire vieler Orchester gehören. Auch Hobbymusiker kommen im Rahmen ihres Unterrichts um Haydn, Mozart und Beethoven nicht herum.

Joseph Haydn ( 1732 – 1809 ): Wie Mozart und Beethoven gehörte auch er der Stilrichtung der Wiener Klassik an, die allmählich den Barock und dessen prominentesten Vertreter, Johann Sebastian Bach, ablöste. Auch wenn er im Bewusstsein der Bevölkerung wohl eher nach Mozart und Beethoven rangiert, so übte Haydn doch maßgeblichen Einfluss auf die beiden Virtuosen aus. Haydns Musik zeichnet sich v.a. dadurch aus, dass zunächst einfache Grundmuster zu immer komplexeren Gebilden vertont wurden. Im Laufe der Zeit wurden Haydns Kompositionen subtiler und damit musikalisch anspruchsvoller.

Wolfgang Amadeus Mozart ( 1756 – 1791 ): Wer kennt ihn nicht, den Es-Dur-Dreiklang zu Beginn der Zauberflötenouvertüre? Sollte sich jetzt der ein oder andere Leser fragen: Es-Dur? Dann ist es an der Zeit sich mit dem Akkord vertraut zu machen, der sich wie ein unumstößliches Statement ausnimmt. Der Stil Mozarts lässt sich am besten mit dem Adjektiv vielfältig beschreiben. Die besondere Gabe, Stile zu erfassen und nachzuahmen, gehört zu dem Grundcharakter des Künstlers.

Ludwig van Beethoven ( 1770 – 1827 ) Beethoven dürfte der bekannteste Komponist während der Aufklärung gewesen sein. Seine neun Sinfonien haben sich einen unauslöschlichen Platz in der Musikkultur verschafft. Allerdings steht Beethoven nicht ausschließlich für die Zeit der Aufklärung, vielmehr leitet er mit seiner Musik zur Romantik über, die sich gegen die kühle Logik der Aufklärung wehrt und den Empfindungen wieder mehr Raum geben möchte.

3.Literatur zur Zeit der Aufklärung

Im Gegensatz zur Kunst im engeren Sinne und der Musik, korrelieren Aufklärung und Literatur wesentlich stärker miteinander. Die Absage an autokratische Herrschaftsstrukturen und an die Kirche bringen einen drastischen Wandel der Schreibkultur mit sich. Thematisch rückt der Bürger in den Vordergrund, seine Lebensweise und Moral wird Gegenstand aufklärerischer Schriften. Bediene dich deines eigenen Verstandes, wird dabei zu einer gern aufgegriffenen Formel und prägt v.a. die Romane, die in dieser Zeit entstehen. Neben Romanen florieren Bürgerliche Trauerspiele, Fabeln, Satire und Lyrik im Sinne der angestrebten Gesellschaftsordnung. Unter den bekanntesten Autoren finden sich insbesondere Philosophen wie: David Hume, Gottfried Wilhelm Leibniz, John Locke, Immanuel Kant und Francois-Marie Voltaire. Wer sich einen Überblick quer durch die Epoche der Aufklärung mit ihren spezifischen gesellschaftspolitischen Fragen verschaffen möchte, ist mit der Lektüre von Gotthold Ephraim Lessing bestens beraten.

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