Romantik Epoche – Merkmale in Kunst, Musik & Literatur

Die Epoche der Romantik, welche sehr häufig auch als Kunstepoche bezeichnet wird, begann Ende des 18. Jahrhundert und dauerte bis in das späte 19. Jahrhundert an. Ihre Ausprägungen schlugen sich hauptsächlich in den Bereichen Literatur, Kunst und Musik nieder — doch auch in der heutigen Zeit sind sie noch präsent.

Aufgrund der beginnenden Industrialisierung im 18. Jahrhundert wurde das Leben der Gesellschaft zunehmend schneller, technischer und fortschrittlicher. Die Romantiker lehnten sich gegen diesen modernen Wandel auf mit dem Ziel, eine Aufhebung der Trennung zwischen dem Leben und den Künsten zu erreichen. An dem Zeitalter des Mittelalters orientiert, möchten die Romantiker eine Gegenwelt zu der materialistischen Gegenwart erschaffen, welche sich auf das Sinnliche, das Träumerische und das Mythische fokussiert. Diese Poetisierung des Lebens legte sich hauptsächlich in den Künsten der Literatur, der Malerei und der Musik nieder.

Romantik in der Literatur

Die Romantik in der Literatur wird unterteilt in Frühromantik, Hochromantik und Spätromantik. Die Vertreter der literarischen und intellektuellen Bewegung wandten sich von der kapitalistischen Gegenwart ab und einer selbst kreierten Scheinwelt zu. Mit dem Fokus auf freiem Schöpfertum widmeten sie sich insbesondere den Themen Individualität, Gefühle, Empfindungen und Leidenschaft. Die Intention der Schriftsteller, alle Sinne des Menschen anzuregen, spiegelt sich in deren Werken. Dichter zogen sich beispielsweise in das Reich der Fantasie zurück und ließen sich durch Mythen, Märchen, Legenden und Sagen inspirieren. Ein weiteres Merkmal für die romantische literarische Strömung ist der sehr häufig aufgeführte Schauplatz der Natur. Auch ruinenhafte Gebäude wie Schlösser oder Burgen sind charakteristisch für diese Epoche. Als wichtigste literarische Gattung in der Romantik und Ausdruck der Gedankengänge der Schriftsteller ist der Roman anzusehen.
Zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Romantik gehören E.T.A. Hoffmann, Ludwig Tieck, Friedrich Schlegel, Clemens Brentano, Novalis sowie Joseph von Eichendorff.

Romantik in der Kunst und Malerei

Auch in der Kunst und der Malerei sind einige Merkmale charakteristisch für die Epoche der Romantik. Ähnlich wie in der Literatur steht hierbei das Motiv der Natur im Vordergrund. Häufig wird dies in Form von Fern- sowie Heimweh dargestellt und bringt somit das damalige zuweilen melancholische Lebensgefühl der Künstler zum Ausdruck. Unter den vorwiegend ungebändigten Naturlandschaften wurde häufig das Motiv der Blauen Blume, als Darstellung für Liebe und Sehnsucht, verwendet. Doch ebenfalls wie in der romantischen Literatur wurden mythische Motive oder Naturlandschaften, wie beispielweise Nebelschwaden, gewählt, die das Traumhafte sowie den Übergang zur Parallelwelt darstellen sollen.

Vertreter dieser Epoche waren Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge, Johann Martin von Rohden, Carl Gustav Carus und Ludwig Richter.

Romantik in der Musik

Wie in der Literatur unterteilt sich auch diese in Früh-, Hoch- und Spätromantik. Im Vordergrund steht hierbei ebenfalls die Betonung des Gefühls und das Auflösen klassischer Formen. Charakteristisch für diese Epoche ist die Erweiterung der traditionellen Harmonik und die Aufnahme außermusikalischer Elemente, wie beispielsweise literarische Motive. Auch die Komponisten ließen sich von Mythen und Sagen inspirieren und verwendeten diese als Grundlage für Opern und Singspiele. Da bei der Komposition der Fokus darauf lag, sich keinen starren Regeln zu unterwerfen, wurde das aus der klassischen Musik bekannte Gleichgewicht von Harmonik, Rhythmik und Melodik aufgehoben. Diese Musikstücke werden Impromptu genannt.

Zu den bekanntesten Vertretern dieser kulturellen Epoche zählen Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Anton Bruckner, Johannes Brahms Richard Strauss, Gustav Mahler und, Max Reger.

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