Was ist eine Hyperbel? – Beispiele, Wirkung & Tipps

Definition

Bei einer Hyperbel handelt es sich um eine Übertreibung. Dieses Stilmittel kann in vielen verschiedenen Textarten vorkommen, zum Beispiel in Reden, Essays und belletristischen Texten wie Romanen, Novellen und Gedichten.

Beispiele für Hyperbeln

Die Hyperbel gehört zu den häufig verwendeten Stilmitteln. Auch bei Redewendungen, die Sie im Alltag verwenden, kommen oft rhetorische Übertreibungen vor:

  • „Das Kind bekommt kugelrunde Augen, als es den Eisbecher sieht.“
  • „Die Frau macht ein todernstes Gesicht.“
  • „Der Boxer hat eine Statur wie ein Schrank.“

Der letzte Beispielsatz beinhaltet nicht nur eine Hyperbel, sondern auch einen Vergleich. Eine Hyperbel kann dementsprechend mit anderen rhetorischen Mitteln kombiniert werden.

Hyperbeln bilden nicht nur einen festen Bestandteil der Alltagssprache. Bestimmte hyperbolische Phrasen und Wörter tauchen auch in zeitgenössischen Prosatexten immer wieder auf:

  • „Alles Blut wich aus seinem Gesicht.“
  • „Blitzschnell warf sie den Ball zu ihrer Mitspielerin.“
  • „Die Treppe nahm kein Ende.“

Bei diesen Sätzen handelt es sich nicht um konkrete Zitate aus einzelnen Texten, sondern um gängige Formulierungen, die Sie so oder so ähnlich immer wieder in der Belletristik finden.

Manche Hyperbeln sind eng mit einem bestimmten Kontext verbunden. Zum Beispiel wird die Redewendung „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ häufig zur Beschreibung einer bipolaren Störung benutzt. Die Redewendung stammt ursprünglich von Goethe. Mit dieser Phrase ist gemeint, dass eine Person sich überglücklich fühlen kann und im nächsten Moment in einer tiefen Depression versinkt.

Welche Wirkung hat eine Hyperbel?

Eine rhetorische Übertreibung dient dazu, eine bestimmte Sichtweise zu unterstreichen. Dabei spielt das subjektive Empfinden eine wichtigere Rolle als die objektive Realität. Eine Person, die sich erschrocken hat, kann zum Beispiel sagen: „Ich hatte gerade einen Herzinfarkt!“ Natürlich hatte die Person nicht wirklich einen Herzinfarkt, aber sie empfand vielleicht ein kurzes intensives Gefühl, das aus ihrer Sicht grobe Ähnlichkeiten mit einem Herzvorfall besitzt.

Indem der Sprecher oder Erzähler eine Hyperbel verwendet, lenkt er die Gedanken des Zuhörers oder Lesers stark in eine bestimmte Richtung. Dadurch wirkt eine Äußerung eindringlicher. Dem Zuhörer oder Leser wird suggeriert, die übertriebene Äußerung sei besonders wichtig.

Wenn ein Diskussionsteilnehmer die Idee eines anderen für schlechter hält als seine eigene, kann er beispielsweise sagen, der Vorschlag sei „völlig absurd“, selbst wenn ihm ein Teil sinnvoll erscheint. Solche Formulierungen verfolgen meistens das Ziel, die eigene Idee zu erhöhen, indem der Gegenvorschlag abgewertet wird. Eine Hyperbel kann deshalb auch die Funktion haben, einen größeren rhetorischen Kontrast zwischen zwei Argumenten zu erzeugen.

Eine Hyperbel weckt außerdem stärkere Emotionen als eine sachliche Beschreibung. Diese Funktion ist vor allem bei Lyrik- und Prosatexten von Bedeutung. Auch in journalistischen Kommentaren, Kolumnen, politischen Reden und meinungslastigen Essays verfolgen Hyperbeln oft das Ziel, die Gefühle des Lesers oder Zuhörers anzusprechen. In neutralen Sachtexten und Analysen sind Hyperbeln hingegen nicht angemessen.

Woher stammt das Wort „Hyperbel“?

Bei dem Begriff handelt es sich um ein eingedeutschtes Fremdwort. Die Bezeichnung „Hyperbel“ leitet sich von dem lateinischen Wort „hyperbole“ ab. Dieses Wiederum stammt eigentlich vom griechischen „hyperbállein“ ab, was so viel wie „übersteigern“ oder „über ein Ziel hinauswerfen“ bedeutet.

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