Was ist eine Personifikation? Beispiele, Wirkung & Erklärung

Die Personifikation ist eines der bekanntesten, deutlichsten aber auch kreativsten Stilmittel der Rhetorik und beschäftigt sich im Grunde genommen damit, Gegenständen, Eigenschaften oder anderen nicht lebendigen Dingen, Leben einzuhauchen. Diese werden dabei nicht selten vermenschlicht oder auf andere Weise zum Leben erweckt. Eine Personifikation wird auch verwendet, wenn zum Beispiel Tieren, menschliche Eigenschaften zugesprochen werden. Die Personifikation ist stark mit der Metapher und der Allegorie verwandt, weswegen diese drei Stilmittel nicht selten verwechselt werden. Dementsprechend muss während einer Analyse ein Auge auf alle drei Stilmittel geworfen werden, falls eine Personifikation, eine Allegorie oder eine Metapher vermutet wird.

Von der Antike bis in die Moderne, die Wirkung der Personifikation

Personifikationen sind so alt, wie die Menschheit selbst. Schon früh begannen die Menschen damit, Dinge wie Naturgewalten, die sie sich nicht erklären konnten, Gottheiten zuzuschreiben oder als diese darzustellen („Wenn es regnet, weint der Himmel“). Mit dieser Art der Personifikation eines Phänomens, waren die Menschen in der Lage, sich ein nach ihrer Anschauung verständliches und lebendiges Bild von der Situation zu machen. Ein weiteres Beispiel der Antike sind verschiedene Fabeln des Äsop, wie zum Beispiel „Der Fuchs und der Rabe“, in denen Tiere vermenschlicht werden. Personifikationen wie „hässliches Entlein“ oder „schöner Schwan“ sind nach wie vor sehr bekannt, auch im modernen Zeitalter. Tiere repräsentieren dadurch also bestimmte Eigenschaften: Ein Löwe ist zum Beispiel mutig und stark, eine Ratte oder Schlange hinterlistig, ein Fuchs ist äußerst schlau und der Hund ist der Inbegriff von Treue.

Die Wirkung der Personifikation hat sich dabei in den Jahrtausenden nicht verändert. Sowohl in der Rhetorik als auch in so mancher politischen Rede wird dieses Stilmittel verwendet, um die Sprache für den Zuhörer lebendiger und greifbarer zu machen. Dadurch, dass die Personifikation ein bestimmtes Bild im Kopf des Menschen weckt, verstärken sich automatisch Gedankengänge und Aufmerksamkeit in Richtung des gewünschten, oder eben des besprochenen Themengebietes. Sowohl damals als auch heute ist die Personifikation ein beliebtes Stilmittel, um Inhalte, die ansonsten womöglich für das Publikum zu komplex erscheinen würden, zu vereinfachen und zu veranschaulichen.

Analyse der Personifikation

Wie bereits erwähnt, sind Allegorie, Personifikation und Metapher sich sehr ähnlich und können dementsprechend schwer voneinander zu unterscheiden sein. Das liegt vor allem daran, dass diese drei Stilmittel häufig gemeinsam verwendet werden, oder gar ineinander übergehen. Die Metapher zum Beispiel bedeutet zuallererst einmal eine Verschiebung von Bedeutungen, es wird also ein Wort in einem Zusammenhang verwendet, in den es eigentlich gar nicht hineinpasst. Man schreibt einer abstrakten Sache die Eigenschaften einer anderen abstrakten Sache zu. Beispiele finden sich hier häufig in Beleidigungen wie: „Thomas ist eine linke Ratte/Du bist vielleicht ein Schwein!“. Bei einer Allegorie ist das ganze noch etwas komplizierter. Die Allegorie ist im Prinzip eine Folge von Metaphern und/oder Personifikationen, die häufig einen ganzen Text, oder einzelne Etappen dessen ausmachen. Sollte also die Analyse eines Textes, in Bezug auf Personifikationen geboten sein, so tut man gut daran, die mögliche Personifikation auf die Anzeichen aller drei Stilmittel zu prüfen, um Fehler zu vermeiden.

Die Personifikation in der Praxis

Eine Personifikation kann im Prinzip also in jedem Aspekt der Rhetorik Anwendung finden. Ganz gleich, ob sie nun im alltäglichen Sprachgebrauch genutzt wird wie „Die Sonne lacht“, oder „Die Bäume tanzen im Wind“, oder ob man sie als Kunstmittel in der Lyrik verwendet, die Personifikation braucht relativ wenig Übung, um sie zu beherrschen. Allenfalls ist etwas Kreativität nötig, um dem abstrakten Objekt oder Lebewesen die „passenden“ Eigenschaften zuzuschreiben. Wer diese Art von Stilmittel jedoch verbessern möchte, oder die Fähigkeit zum Erkennen dessen fördern möchte, der kann sich genauer in seiner Umgebung umschauen und prüfen, welche ganz persönlichen Eigenschaften und Gefühle beim Betrachten des Objektes oder Lebewesens geweckt werden. Die Personifikation gehört zu den Stilmitteln, die unmittelbar mit der Fantasie und der Vorstellungskraft des Anwenders sowie dessen Menschenkenntnis in Verbindung stehen. Um wirkungsvolle Personifikationen zu erschaffen und zu verwenden, ist es notwendig, dass man diese zuallererst selbst nachvollziehen kann.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Personifikation in der Kommunikation so wirkungsvoll ist, wie sie der Anwender erschafft und in den Kontext des Gespräches einbaut. Je klarer und verständlicher sie dem Zuhörer übermittelt wird, desto unmissverständlicher wird die Botschaft hinter dem raffinierten und kreativen Stilmittel.

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