Was ist Ironie? – Erklärung, Beispiele und Wirkung

Ironie kommt in unserem alltäglichen Leben häufig vor: Sehr wahrscheinlich hat zu jedem von uns schon einmal jemand etwas Ironisches gesagt und bestimmt haben Sie auch schon selber Ironie im Sprachgebrauch verwendet.

Was zeichnet eine ironische Aussage aus?

Ein Beispiel: Sie berichten einem Bekannten davon, wie viel Aufwand Sie in eine wichtige Prüfung gesteckt haben. Sie erzählen davon, wie Sie trotz all der Arbeit nicht so gut abgeschnitten haben, wie Sie es sich gewünscht hätten. Ihr Gegenüber könnte darauf vielleicht mit dieser Aussage reagieren: „Da hat das Lernen ja richtig viel gebracht“.
Ihr Gegenüber sagt etwas, meint aber offensichtlich genau das Gegenteil. Aufgrund der Informationen, die Sie ihm gegeben haben, ist ihm bewusst, dass Ihr Einsatz eben nicht den gewünschten Effekt hatte.

Weil sowohl Ihnen, als auch Ihrem Gesprächspartner genau diese Tatsache aber bewusst ist, erkennen Sie seine Äußerung höchstwahrscheinlich sofort als Ironie. Mit den gegebenen Umständen ist es ersichtlich, dass nur das Gegenteil gemeint sein kann – Die harte Arbeit hat sich nicht ausgezahlt.

Richtig verwenden – richtig vertehen

Bei ironischen Formulierungen in der Umgangssprache hängt die Wirkung der Aussagen unter anderem von demjenigen ab, der Ironie verwendet. Hier sind die Tonlage, Mimik, Gestik und die Körpersprache unter Umständen wesentlich ausschlaggebender als das Gesagte an sich. Zusätzlich wird die Wirkung auch durch einen selbst mitbestimmt: Sie kennen bestimmt Menschen, welchen man die Eigenschaft nachsagt, Ironie nicht besonders schnell verstehen zu können – Oder Sie schätzen sich auch selbst so ein. Wenn eine ironische Aussage falsch eingesetzt oder der ironische Hintergrund nicht als ein solcher verstanden wird, ist die Bedeutung der Aussage plötzlich eine ganz andere – es kommt das genaue Gegenteil an.

Stellen Sie sich vor, es regnet draußen und der Himmel ist grau. Ihr Gesprächspartner äußert sich auf folgende Weise: „Das ist ja ein super Wetter heute“. Wenn Ihr Gegenüber dabei einen ironischen Tonfall aufweist oder beispielsweise mit den Augen rollt, ist Ihnen sofort verständlich, dass ihm das aktuelle Wetter – wie den meisten Menschen – nicht besonders gefällt. Andererseits könnten Sie sich plötzlich fragen, ob Ihr Gesprächspartner vielleicht tatsächlich den Regen genießt, wenn es an ironischem Tonfall oder ausschlaggebender Körpersprache fehlt.

Der Wirkung von Ironie

Neben der Umgangssprache beschreibt die Ironie auch ein rhetorisches Stilmittel, welches in allen Formen der Literatur und in der Rede verwendet wird. Missstände in einer Gesellschaft oder als fragwürdig erachtete Weltbilder anderer Personen werden wie viele weitere Themen oft mit Ironie angegangen. Doch welche Wirkung hat der Gebrauch von ironischen Aussagen auf einen Gesprächspartner, Leser und Leserinnen oder auf ein Publikum?

Oft kann der Einsatz von Ironie zur Entspannung und Auflockerung einer Situation dienen. Schauen wir uns noch einmal das Beispiel vom Anfang an: Sie sind möglicherweise gestresst über ihre nicht gelungene Prüfung. Ihr Gesprächspartner schafft es mit dieser absurden, widersprüchlichen Aussage, „Da hat das Lernen ja richtig viel gebracht“, ihren Ärger über das Ergebnis zu lindern, es zu akzeptieren.

In der Literatur und in Reden werden ironische Äußerungen zudem verwendet, um bestimmten Aussagen mehr Bedeutung und Wichtigkeit zu verleihen. Durch die Ironie, die eventuell den Leser oder Zuhörer zum Aufhorchen bringt, kann der Autor das Gesagte hervorstechen lassen – und das auf eine humorvolle Art, die dafür sorgt, dass sich die Rezipienten zusätzlich mit dem Verfasser identifizieren können.

Hierbei ist es jedoch wichtig, hinsichtlich der Verwendung von Ironie ein gutes Maß zu finden: Wer sich andauernd ironisch äußert, könnte seinem Gegenüber ein Gefühl von Unsicherheit vermitteln oder den Eindruck erwecken, er könne nichts wirklich ernst nehmen.

Im Alltag Ironie zu gebrauchen und zu verstehen ist für die meisten von uns kein Meisterwerk. In der Literatur und in Reden kann der gezielte Einsatz dieser Stilfigur den Text ungemein in seiner Wirkung aufwerten! Das Einbringen von Ironie neben weiteren rhetorischen Mitteln macht es möglich, die Aufmerksamkeit des Rezipienten zu erhalten und über Humor eine Verbindung aufzubauen.

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